Der Winterthurer Dominik Krämer macht in seiner Beschwerde geltend, dass die neuen 5G-Antennen eine völlig neue Technologie seien. Denn 5G Antennen strahlen nicht gleichmässig – so wie herkömmliche Antennen – sondern mit bis zu 81 Beams gezielt auf jeden Benutzer. Der Grenzwert könnte damit überschritten werden, so Krämer. Das Baurekursgericht ging auf seine Beschwerde  nicht ein. Krämer zog an das Verwaltungsgericht weiter und erhält von diesem nun teilweise recht. Das Baurekursgericht muss sich nun erneut mit dieser Frage beschäftigen. Zudem muss die Swisscom Krämer für seinen Aufwand entschädigen: «Das ist das erste Mal überhaupt, dass ein Verwaltungsgericht ein solches Gesuch inhaltlich geprüft hat», wird Hans-Ulrich Jakob von Gigaherz.ch vom Landboten zitiert. Eine doppelte Erfolgsmeldung der zwei Vereine «Ohne 5G» und «Stopp 5G in Winterthur», könnte man meinen.

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat jetzt einem Beschwerdeführer in dieser Sache Recht gegeben und die Sache zur Neubeurteilung an das Baurekursgericht ZH zurückgewiesen. Urteil Nr. VB2020.00544. vom 15. Januar 2021 Kap. 4.4 und 4.5.

Doch am 23. Februar 2021 hat die Mobilfunklobby zugeschlagen:

Der seit 18 Monaten fällige Nachtrag zur Vollzugsempfehlung NIS für adaptive Antennen ist vom Bundesamt für Umwelt BAFU nun veröffentlicht worden.

Darin wird der Bevölkerung vorgegaukelt, dass die Strahlungsgrenzwerte bei 5G nicht gelockert würden. In Wahrheit werden diese mit zwei üblen Tricks von 5 auf 16V/m erhöht. Damit können die Mobilfunkbetreiber zehn mal stärkere Sender bauen (Details bei Gigaherz.ch).

Mit dieser Vollzugshilfe dürfte das Argument von Krämer nun anders beurteilt werden, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich nun das Baurekursgericht genau auf diese Vollzugshilfe abstützen. Auch wenn die darin formulierten Argumente unhaltbar sein mögen.

In einem Rundschreiben des BAFU an die Kantone, datiert vom 17.April 2019, ist als Folge von Dauerbestrahlung aus Mobilfunksendern auch die Wirkung «Oxydativer Zellstress» angegeben. Wenn oxidativer Zellstress verstärkt auftritt, entstehen vermehrt Störungen der Stoffwechselvorgänge und Schäden an den Zellen. Also eine Vorstufe von Krebs.
Das hat die Arbeitsgruppe BERENIS, welche den Bundesrat in Sachen nichtionisierender Strahlung berät, im Januar 2021 zu der Herausgabe eines alarmierenden Sonder-Newsletters mit folgender Schlussfolgerung veranlasst.
Zitat: "Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Mehrzahl der Tierstudien und mehr als die Hälfte der Zellstudien Hinweise auf vermehrten oxidativen Stress durch HF-EMF und NF-MF gibt. Dies beruht auf Beobachtungen bei einer Vielzahl von Zelltypen, Expositionszeiten und Dosierungen (SAR oder Feldstärken), auch im Bereich der Anlagegrenzwerte", Ende Zitat. HF-EMF=hochfrequente elektromagnetische Felder=nichtionisierender Strahlung aus Mobilfunksendern.